Sächsische Belagerung – Auf nach Falkenhausen !

Es war am 17.6. 2017 – früh… noch müde und unkalibriert… aber die Neugierde war stärker.
Also begibt sich der Atlantikwolf zum Hafen grünen Busgeschwaders – Ziel: Berlin ZOB.
Zweieinhalb Stunden Busfahrt vergehen wie in Fluge mit Musik auf den Lauschern und die Landschaft nimmt märkische Züge an. Kurz darauf trete ich in den Speckgürtel von Berlin ein, was mir ein Bär auf dem Mittelstreifen der Autobahn unmissverständlich zu erklären gibt. Je tiefer ich in das Herzen von Berlin fahre, desto höher werden die Schallschutzmauern. In der Ferne kann ich auf 9 Uhr die Gropiusstadt sehen. Dann folgen eine Menge Unterführungen und Kraftwerke im verkehrstechnischen Gewusel. Dann der erste Halt – Südkreuz und der Bus leert sich merklich. Dann weiter, weiter… bloß nicht kribbelig werden. Zurück auf die Stadtautobahn und Kurs ZOB.
Dann erscheint ein „Eifelturm für Arme“ – Berlin Westkreuz. Bei der Vorbeifahrt am ICC muß ich an ein Raumschiff Nostromo denken aus „Alien“. Kurz darauf erreicht der Bus den ZOB. Aussteigen – strecken – aha, das ist also die Berliner Luft! Der ZOB ist ein richtiger Ameisenhaufen – nur eben in grün.

Schnell den Kühlbeutel und Rucksack über die Schulter gewuchtet und umgeschaut. Da erscheint auch schon mein Begrüßungskomitee: Thunder.Bird. Großes Hallo und unter Händeschütteln werden mir alle Taschen abgenommen und wir begeben uns zur Vogelkutsche. Kurze Einfädelphase und ab geht’s auf die Ost-West-Achse von Berlin – Heerstraße. Der erste Punkt meiner kulturellen Führung ist die Besteigung des Drachenbergs, wo man Sicht auf den Teufelsberg hat mit der Ruine des amerikanischen Funkstützpunktes. Ein Hügel aus aufgeschüttetem Schutt mit wilden Kräutern bewachsen. Hier und da finden sich noch Lagerfeuerreste. Die Sicht an diesem Morgen ist noch nicht die beste da sich das Wetter noch nicht entschieden hat was es werden will.

Dann die Weiterfahrt zur Kleingartenkolonie Sonnental wo ich Marianne und die drei Hühner im Kleingarten kennenlerne. Ein wunderbar natürlich uriger Garten.
Danach gings weiter zum Wannsee. Ein Verzehr einer Currywurst brachte uns um die Mitfahrt auf dem Wannseedampfer.

Da der Dampfer nicht wartete schmissen wir uns wieder in die Hämorrhoidenschaukel und vorbei an der General Steinhoff-Kaserne enlang am Wannsee. Ein manipuliertes Navi vereitelte die schnelle Straßenfindung und erst kurz vor Potsdam nahmen wir wieder den Ostkurs auf der Heerstraße auf. Der Besuch des Brandenburger Tores wurde leider durch zahlreiche Straßenperrungen aufgrund verschiedener Veranstaltung an diesem Tage vereitelt. Wenigstens ein Blick von der Ferne konnte ich auf Regierungsviertel, Oper, Hauptbahnhof, Schloß Bellevue und BHF Zoo erhaschen.

Aufgrund dieser Situation kontaktierte Thunder.Bird Dementor und machte seine Abholung klar. Dies erwies sich als sehr herausfordernd aufgrund der wechselnden mobilen Straßensperrungen. So kam es das ich das Gefängnis Moabit dreimal sehen durfte. Auch war das Berliner Verkehrsklima auf der Heerstraße ein Wonne für Auge und Ohr.

Nach gefühlten 3 Stunden auf der unendlichen Heeresstraße in Malte’s rollender Mikrowelle erreichten wir zu dritt Falkensee. Mit knurrenden Magen, welcher schon zwischen den Rippen schaukelte, erstürmten wir das Interfood bei leckeren Essen zu moderaten Preisen. Nach kurzer anschließender Fahrt erreichten wir DAS LAGER im verschlafenen Falkensee.
Der erste Eindruck: eine Tupper-Party mit Gefäßen wo man locker 6 Neugeborene unterbringen könnte, IKEA Massivstmöbel gepaart mit Bibliotheken-Charme und Moppedkettenfettgeruch… . Nach der Akklimatisierung wurden Kisten gesichtet und staunend deren Inhalte begrabbelt. Dann kam auch Antony vorbei. Netzteile tumber Herkunft dadaistisch verknotet mit anderen Kabeln unklarer Gebrauches – eine Frage: „Was ist das ?“ „Das ist das Netzteil zu dem und dem Teil“ – Thunder.Bird kennt seinen Laden. Faszinierend. Auch war viel Hardware in Bewegung, welche ich bisher nur von Bildern oder Büchern kannte. Es ist genug Hardware eingelagert, das die Zeit für mich nicht reichte alles zu begrabbeln und zu beaugapfeln.

Dann zur Abendstunde wurde noch der Grill angeschmissen. Dann stöberten wir noch in Kisten und fachsimpelten über die Computer vergangener Zeiten und lauschten ausgweählten SID-Tunes. Die Uhr meldete 0:00 als Antony und Dementor noch zum Bahnhof Zoo gefahren wurden und Thunder.Bird und ich nahmen ein Tagesabschlussbier im „Schrääg ’rüber“ zu uns. Nach kurzen Palaver und in Folge der fortgeschrittenen Uhrzeit wurde im Lager zum „Klar bei Auge“ gepfiffen. Klappnest raus – fertig.
Am nächsten Morgen dann gegen 8:10 aus den Federn gepellt und anschließend antreten zum Frühstück bei Thonke. 9:15 packte sich das Toy-Ota wieder auf die Piste um mich zum ZOB zu schaukeln. 9:50 ging mein Kurs wieder Richtung Heimat, wo ich um 13:00 wieder vor meiner Haustüre stand.

Es sollte nicht der erste und auch nicht der letzte Besuch sein.